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2. Februar 2026

Aktivrente – ein Impulsgeber für die Versicherungswelt?

Warum Rentenmodelle, Beratung und Produkte jetzt flexibler gedacht werden müssen

Bereits vor der offiziellen Einführung der Aktivrente am 1. Januar 2026 wurde intensiv über die Ziele dieser „neuen“ Arbeitsform diskutiert. Im Fokus standen dabei vor allem zwei Aspekte: die Entlastung des Arbeitsmarkts angesichts des Fachkräftemangels sowie der finanzielle Anreiz für Menschen, die auch im Ruhestand weiterhin erwerbstätig bleiben möchten.
Dabei ist Arbeiten im Rentenalter keineswegs ein neues Phänomen. Die Motive dafür sind vielfältig: Während manche aus Freude an der Tätigkeit aktiv bleiben, sind andere auf ein zusätzliches Einkommen angewiesen. Unabhängig davon ist klar: Der Ruhestand ist kein starres Ereignis mehr, sondern wird zunehmend individuell gestaltet.

Vorsorge neu denken: Welche Themen an Bedeutung gewinnen

Die Aktivrente hat spürbare Auswirkungen auf die Versicherungsbranche. Betroffen sind Vorsorgethemen, die Beratungspraxis sowie bestehende und neue Versicherungsprodukte. Sie fordert von Versicherern und Beratern, gewohnte Strukturen zu hinterfragen und flexibler zu denken.
Die Abdeckung aller relevanten Vorsorgethemen war und bleibt dabei essenziell. Neben der privaten Altersvorsorge und der Arbeitskraftabsicherung rückt nun verstärkt die private Pflegeabsicherung in den Fokus. Nicht zuletzt aufgrund des medial präsenten Pflegenotstands wird die Auseinandersetzung mit diesem Thema immer wichtiger. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Könnte das Einkommen aus der Aktivrente für eine späte Pflegeabsicherung genutzt werden?

Ganzheitliche Beratung in allen Lebensphasen wird komplexer – und wertvoller

Vor diesem Hintergrund nimmt die Bedeutung einer ganzheitlichen Beratung weiter zu. Nur auf Basis einer individuellen Bedarfsanalyse lassen sich passgenaue Lösungen entwickeln. Idealerweise beginnt die Beratung frühzeitig, da lange Laufzeiten – insbesondere bei Renten- und Pflegeversicherungen – deutliche Beitragsvorteile bieten.
Gleichzeitig bleibt Beratung auch im höheren Alter unverzichtbar. Veränderungen der Lebens- und Einkommenssituation oder neue gesetzliche Rahmenbedingungen erfordern regelmäßige Anpassungen. Für angehende Aktivrentner ist es daher sinnvoll, bestehende Verträge zu überprüfen und gezielt auf einen späteren Rentenbeginn zu optimieren.

Flexibilität als neues Qualitätsmerkmal

Damit ganzheitliche Beratung gelingen kann, benötigen Berater ein flexibles Produktportfolio, denn der variable Rentenbeginn aufgrund der Aktivrente braucht anpassungsfähige Versicherungsprodukte. Gefragt sind Lösungen mit flexiblen Laufzeiten, variablen Auszahlungsoptionen, Beitragsfreistellungen, Teilentnahmen oder Kombinationen aus Kapital- und Rentenzahlungen.
Ein Beispiel: Ein Aktivrentner, der während der Rentenphase über zusätzliches Einkommen verfügt, könnte seine Kapitallebensversicherung oder fondsgebundene Rentenversicherung weiterführen und die Auszahlung bewusst verschieben.

Gestaltungsspielräume in der Rentenphase – über wieviel sprechen wir?

In der Beratung wird es außerdem immer wichtiger, finanzielle Effekte verständlich darzustellen. Welche konkreten Auswirkungen hat die Aktivrente auf das Haushaltseinkommen? Wie hoch ist die Steuerersparnis konkret? Und wie hoch fallen mögliche Erstattungen von Beiträgen an den Aktivrentner aus, die der Arbeitgeber bislang an die Arbeitslosen- und Rentenversicherung entrichten musste?
Der steuerfreie Zugewinn von bis zu 2.000 Euro monatlich, zuzüglich der Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen des Arbeitgebers, eröffnet erhebliche Gestaltungsspielräume. Dieses zusätzliche Einkommen kann genutzt werden, um Rentenlücken zu reduzieren, zusätzliche Absicherung aufzubauen oder persönliche Wünsche zu erfüllen.

Warum die Aktivrente mehr ist als ein Randthema

Die Aktivrente verändert nicht nur das Verständnis vom Ruhestand: Neue Einkommenssituationen im Alter führen zu neuen Anforderungen an Produkte, Kundenberatung und Fachwissen. Die steigende Komplexität stellt Berater vor Herausforderungen, eröffnet jedoch zugleich neue Chancen für hochwertige, lebensphasenorientierte Beratung. Die Aktivrente kann damit ein echter Impulsgeber für die Versicherungswelt sein – vorausgesetzt, Produkte und Beratung entwickeln sich flexibel genug weiter.

Unser Tipp!
Alle Suretec-Altersvorsorgeberatungen berücksichtigen die Aktivrente und die damit verbundenen neuen Gestaltungsspielräume. So lassen sich Entscheidungen für die Vorsorge auch in der Rentenphase ganzheitlich und bedarfsgerecht begleiten.

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